Operette

Der Begriff der Operette wird linguistisch vom dem Wort der Oper abgeleitet, und bedeutet nichts anderes als „kleine Oper“ oder auch „komische Oper“, jedoch besteht inhaltlich zur Oper ein großer Unterschied.Während die Oper hauptsächlich auf ein dramatisches Schauspiel und den Gesang aufgebaut ist, wird die Operette durch überwiegend fröhlichen Liedern und beschwingten Walzerduetten, Marschmusik und Polkas gekennzeichnet. Charaktertisch sind lange Textpassagen mit theatralischen Einlagen, die zur fröhlichen Unterhaltung des Publikums dienen. Die Operette setzt sich meist aus 2-3 Akten, einer Overtüre und einem Finale zusammen.

Orpheus in der Unterwelt“ von Jacque Offenbach ist die erste Operette aus Frankreich, und bildet den Ursprung dieser Musikgattung. Diese Operette beinhaltet zwar noch Stilelemente der klassischen Operette, doch schon bald gingen diese nach und nach verloren. Die typische Form der Operette entwickelte sich in Wien, wo die meisten der unvergesslichen Werke geschaffen wurde. Neben russischen Texten, Zigeunermusik sind häufig auch folkloristische Elemente ein wichtiger Bestandteil der Operette. Dies liegt nicht zuletzt darin begründet, dass Wien geographisch nah zum Tor Osteuropa liegt. Stets sind die gleichen Handlungsmuster zu erkennen: Ein Jüngling verliebt sich in eine unerreichbare schöne Dame, und Intrigen, Verwechslungen, Lügen und Irrtümer sind die Folge. Auch wenn die Lieder auf den ersten Blick banal und fast lachhaft erscheinen, so wird nach genauem Hinhören klar, dass sie Situationen widerspiegeln, mit denen fast jeder Mensch in seinem Leben konfrontiert wird, was dem ganzen einen tieferen Sinn verleiht.